Wissenswertes

Hartmannfabrik

Die Sächsische Maschinenfabrik Richard Hartmanns in Chemnitz war eines der bedeutendsten Maschinenbauunternehmen in Sachsen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Das Unternehmen existierte von 1837 bis zu seiner Liquidation 1930, einzelne Geschäftszweige bestanden in anderen Unternehmen bis zur Wende 1990 weiter. Die Maschinenfabrik ist eng mit dem Namen ihres Gründers, Richard Hartmann, verbunden, der das Unternehmen bis 1878 leitete. Sein Name hat 1878 im geänderten Unternehmensnamen "Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Hartmann" Eingang gefunden.

Am 24. März 1870 wurde das Unternehmen als Sächsische Maschinenfabrik Chemnitz AG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Richard Hartmann erhielt den Vorsitz des Verwaltungsrats, den er bis zu seinem Tod 1878 behielt. Seine Söhne übernahmen wichtige Funktionen im Unternehmen. 1878 verließ die 1000. Lokomotive die Produktion der Sächsischen Maschinenfabrik. In den Jahren nach 1870 kam es zu zahlreichen Unternehmenserweiterungen, um der ständig wachsenden weltweiten Nachfrage nach Lokomotiven und Maschinen der Firma Hartmanns nachkommen zu können. 1896 begann man mit dem Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes.

Der Sohn Richard Hartmanns, der Unternehmer Gustav Hartmann, gründete 1895 in St. Petersburg die Russische Gesellschaft der Hartmannschen Maschinenbauwerke. 1896 wurde in der damals zu Russland gehörenden Ukraine eine Tochtergesellschaft in Luhansk unter dem Namen "Dampflokomotivenwerk der Russischen Gesellschaft der Hartmannschen Maschinenbauwerke" errichtet, die heute noch als Lokomotivfabrik Luhansk existiert.

Die erste Dampflokomotive, eine Baureihe Од, verließ im Jahr 1900 die Werkshalle. Schon bald kongurierte das Unternehmen in der Ukraine mit den Lokomotivfabriken in Brjansk und St. Petersburg. Die Lokomotiven Hartmanns kamen im gesamten Eisenbahnnetz des Russischen Kaiserreiches zum Einsatz.

Die Lokomotivfabrik Luhansk war die größte Lokomotivfabrik Europas.

Ende der 1970er Jahre gelangte das Unternehmen an seine Kapazitätsgrenze. Es erfolgten umfangreiche Erweiterungsbauten. Mit der Erweiterung der Produktionskapazität erreichte das Unternehmen mit 115 bis 200 ausgelieferten Lokomotiven pro Monat einen Weltrekord.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Unternehmen am 3. Oktober 1995 unter dem Namen OAO Luhanskteplowos verstaatlicht. 2006 erfolgte die erneute Privatisierung als ChK Luhanskteplowos.

Doch der Russisch-Ukrainische Krieg und die damit verbundenen Kämpfe und Ausschreitungen in der Region um Luhansk führten zum fast vollständigen Erliegen der  Produktion.