Die Tour

Die Hartmannfabrik

Die Maschinenfabrik Richard Hartmann  in Chemnitz war eines der bedeutendsten Maschinenbauunternehmen in Sachsen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Unternehmen existierte von 1837 bis zur Liquidation 1930, einzelne Geschäftszweige produzierten in anderen Unternehmen bis 1990 weiter.

Zwischen 1848 und 1929 verließen 4.699 Lokomotiven  die Produktionshallen des Unternehmens.

Die ersten Fabrikanlagen entstanden an der Leipziger Straße und zogen sich bis zum heutigen Schloßteichpark. Einige Jahrzehnte später wurden Produktionsgebäude an der Altchemnitzer Straße errichtet. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand an der Fabrikstraße das Gebäude, dass unter dem Namen Hartmannfabrik bekannt ist.

Es beherbergt das Informationszentrum der Kulturhauptstadt Chemnitz und ist Anlaufstelle für Besucher.

Das Verwaltungsgebäude

Das Verwaltungsgebäude der Lokomotiv- und Maschinenfabrik R. Hartmann AG wurde in den Jahren 1896 bis 1897 erbaut.

1930 meldete die Sächsische Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann Konkurs an.

Seit November 1931 hat die Chemnitzer Polizei über mehrere geschichtliche Epochen hinweg ihren Hauptsitz in diesem Gebäude.

Die Fassade präsentiert sich seit dem Herbst 2002 in ihrer ursprünglichen Schönheit und ist so wieder zum Blickfang an der Hartmannstraße geworden.

 

Die Villa

Allzu lange hat der Textilmaschinenbauer und Lokomotivenköng Richard Hartmann sein um 1870 entstandenes Anwesen auf der Kaßbergstraße leider nicht bewohnen können. Nach seinem Tod  lebte einer seiner Söhne in der Villa, in späterem Jahren verschiedene Fabrikdirektoren der vormals Hartmannschen Maschinenfabrik.

Seit 2003 sitzt der Verein Kraftwerk e.V. in der ehemaligen Wohnvilla des Maschinenbaufabrikaten Hartmann, ein soziokulturelles Zentrums und offenes Haus für jedermann.

Der Chemnitzer Kaßberg

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der damalige Katzberg lediglich an seinen Rändern besiedelt. Wohnbebauung gab es keine. Am Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Gewölbekeller zur Lagerhaltung in den Fels geschlagen.

1855 ließ der Chemnitzer Lehrer Johann Friedrich Stahlknecht das erste Haus auf dem Kaßberg an der Westflanke der Stadt errichten.

Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem damit verbundenen Anstieg von Reichtum rückten die Erschließung und Bebauung des Kaßbergs in den Fokus, da die Höhen des Bergs vor allem wegen der im Vergleich zum Rest der Stadt weniger stark verschmutzten Luft zur bevorzugten Wohngegend wurden.

 

Industriemuseum

Das Industriemuseum Chemnitz ist eine umfangreiche Sammlung aus der sächsischen Industriegeschichte in Chemnitz und gehört als Standort dem Zweckverband Sächsisches Industriemuseum an. Die Ausstellung befindet sich in einer ehemaligen Gießereihalle der früheren Werkzeugmaschinenfabrik Hermann und Alfred Escher AG.

Das Eisenbahnviadukt Beckerbrücke

Die Brücke wurde zwischen 1901 und 1909 errichtet. Die beeindruckende Eisenkonstruktion fertigte die „Königin Marienhütte in der Nähe von Zwickau. Die Baukosten betrugen die ungeheure Summe von 1.050.999 Mark, anteilig von der Stadt Chemnitz und den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen übernommen.

Eine umfassende Sanierung des Viadukts wurde im September 2024 erfolgreich abgeschlossen.

 

Die Sächsische Maschinenfabrik AG - Der "Spinnbau"

Bereits 1839 gründeten die Unternehmer A. Götze & R. Hartmann die "Sächsische Maschinenfabrik" auf dem Geländes des heutigen Schloßteichparkes. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts kamen große Fabrikgebäude an der Altchemnitzer Straße hinzu. Der Schwerpunkt der Produktion lag auf der Herstellung von Dampflokomotiven, Dampfmaschinen und Spinnereimaschinen. Das Unternehmen wuchs zur "Sächsischen Maschinenfabrik AG vorm. Richard Hartmann" heran und war bis zum Ende der Weimarer Zeit  eines der bedeutendsten Produktionsstätten in ganz Deutschland. Die schwierige Wirtschaftslage am Ende der 1920er Jahre und die Weltwirtschaftskrise zwangen die Hartmann AG 1930 in die Insolvenz.  

Das Nachfolgeunternehmen "Sächsische Textilmaschinenfabrik" konzentrierte sich ab Beginn der 1930er Jahre auf die Produktion von Textilmaschinen.

1990 erfolgte die Liquidation des Unternehmens.

 

Das Grabmal Richard Hartmanns

Auf dem Städtischen Friedhof von Chemnitz befinden sich etliche beeindruckende monumentale Grabstätten von bedeutenden Chemnitzer Unternehmern des 19. Jahrhunderts.

Das prachtvollste ist das Grabmal der Familie Richard Hartmann.

Talsperre Euba

Die Talsperre wurde vor dem Ersten Weltkrieg Wasserreservoir für das Bahnbetriebswerk in Chemnitz-Hilbersdorf, dem größten Güterumschlagplatz Deutschlands, von italienischen Arbeitskräften gebaut.

Das Material für den Bau der Staumauer stammt aus einem in der Nähe liegenden Steinbruch, dem Eibsee.

Nach 1945 war die Talsperre Naturbad.

Im Kulturhauptstadtjahr befindet sich auf dem Gelände der Talsperre  ein Zelt- und Caravanstellplatz für die Besucher von Chemnitz.

 

Sächsisches Eisenbahnmuseum

Das Highligth unserer Tour.

Einer der größten Rangierbahnhöfe Deutschlands entstand von 1897 bis 1900 in Chemnitz-Hilbersdorf. Ein Teil davon – das Bahnbetriebswerk für Güterzuglokomotiven – beherbergt heute das Sächsische Eisenbahnmuseum.

Bildmaterial: Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf